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Sicherheitsbestände zur Kostenreduktion gezielt nutzen

Sicherheitsbestände zur Kostenreduktion: Versorgung sichern, Kapitalbindung reduzieren 

Sicherheitsbestände zur Kostenreduktion sind ein wichtiger Bestandteil einer wirtschaftlichen Beschaffungsstrategie. Sie sichern die Materialversorgung bei unerwarteten Bedarfsschwankungen oder Lieferverzögerungen. Gleichzeitig verursachen sie Lagerkosten und binden Kapital. 

Gerade bei Kunststoffverpackungen beeinflusst die Verfügbarkeit von PET-Trays, Schalen und anderen Thermoformverpackungen die Stabilität der gesamten Produktionskette. Fehlende Verpackungen können Produktionsunterbrüche verursachen. Überhöhte Lagerbestände belasten dagegen die Liquidität und beanspruchen wertvolle Lagerfläche. 

Für Unternehmen entsteht ein konkreter Mehrwert, wenn Sicherheitsbestände bedarfsgerecht dimensioniert werden. BACHMANN berücksichtigt bei der Entwicklung individueller Verpackungslösungen nicht nur die Anforderungen an die Verpackungsqualität, sondern auch Materialbedarf, Abrufmengen und Lieferintervalle. So können Produktionsanforderungen und logistische Abläufe besser aufeinander abgestimmt werden. Eine durchdachte Bestandsstrategie kann dadurch die Versorgungssicherheit erhöhen, die Kapitalbindung reduzieren und den internen Dispositionsaufwand senken. 

Sicherheitsbestände zur Kostenreduktion: Die richtige Balance finden 

Sicherheitsbestände dienen als zusätzliche Materialreserve. Sie gleichen Unsicherheiten aus, wenn die tatsächliche Nachfrage höher ausfällt als geplant oder sich die Wiederbeschaffungszeit verlängert. 

In der Verpackungsindustrie können saisonale Nachfrageschwankungen, kurzfristige Produktionssteigerungen oder Verzögerungen bei der Rohmaterialversorgung zusätzliche Bestände erforderlich machen. Die wirtschaftliche Herausforderung besteht darin, ausreichend Verpackungen verfügbar zu halten, ohne unnötig grosse Reserven aufzubauen. 

Jede eingelagerte Verpackung verursacht Kosten. Neben dem Einkaufspreis sind Finanzierung, Lagerfläche, interne Transporte und Bestandsverwaltung zu berücksichtigen. Besonders relevant ist die Kapitalbindung. Finanzielle Mittel, die in Lagerbeständen gebunden sind, stehen nicht für andere betriebliche Investitionen zur Verfügung. 

Hinzu kommt das Risiko von Produktänderungen. Wird beispielsweise die Geometrie eines PET-Trays angepasst, können bestehende Verpackungsbestände unter Umständen nicht mehr verwendet werden. 

Auch eine zu starke Bestandsreduktion kann teuer werden. Fehlen Verpackungen zum benötigten Zeitpunkt, entstehen möglicherweise Produktionsstillstände, Sondertransporte oder zusätzliche Beschaffungskosten. 

Bei automatisierten Verpackungslinien kann bereits ein fehlendes Verpackungsteil den gesamten Prozess beeinträchtigen. Deshalb sollte die Bestandsplanung nicht ausschliesslich auf minimale Lagerkosten ausgerichtet sein. Entscheidend sind die Gesamtkosten der Verpackungsversorgung und das angestrebte Servicelevel. Dieses beschreibt, wie zuverlässig der Materialbedarf innerhalb definierter Bedingungen gedeckt werden soll. 

Ein wirtschaftlicher Sicherheitsbestand berücksichtigt somit sowohl die Kosten der Lagerhaltung als auch die möglichen Folgen eines Lieferunterbruchs. 

Wie Sicherheitsbestände Kosten und Risiken beeinflussen 

Die optimale Höhe eines Sicherheitsbestands hängt vom durchschnittlichen Verbrauch, den Nachfrageschwankungen, der Wiederbeschaffungszeit und dem gewünschten Servicelevel ab. 

Eine pauschale Reserve von beispielsweise vier Wochen ist deshalb nicht für jede Verpackung sinnvoll. Bei stabilen Abrufen und kurzen Lieferzeiten kann eine kleinere Reserve ausreichen. Bei stark schwankendem Bedarf sind möglicherweise höhere Bestände erforderlich. 

Für eine erste Einschätzung kann der maximal erwartete Bedarf während der Wiederbeschaffungszeit mit dem durchschnittlichen Bedarf desselben Zeitraums verglichen werden. 

Vereinfachte Berechnung: 

Sicherheitsbestand = Maximalbedarf während der Wiederbeschaffungszeit minus durchschnittlicher Bedarf während der Wiederbeschaffungszeit. 

Diese Methode liefert einen ersten Orientierungswert. Für eine belastbare Planung sollten zusätzlich statistische Bedarfsschwankungen, Lieferzeitabweichungen und das gewünschte Servicelevel berücksichtigt werden. 

Ein konkretes Beispiel zeigt die wirtschaftliche Wirkung. 

Ein Produktionsunternehmen benötigt durchschnittlich 100’000 PET-Trays pro Woche. Der Einkaufspreis beträgt CHF 0.12 pro Tray. Bisher hält das Unternehmen einen eigenen Sicherheitsbestand für vier Wochen. 

Durch eine verbesserte Bedarfsplanung, abgestimmte Lieferintervalle und eine verbindliche Bevorratungsvereinbarung kann der eigene Sicherheitsbestand auf zwei Wochen reduziert werden. 

Kennzahl  Bisher  Optimiert 
Sicherheitsbestand  400’000 Trays  200’000 Trays 
Bestandswert  CHF 48’000  CHF 24’000 
Reduktion der Kapitalbindung    50 % 

Das Unternehmen setzt damit CHF 24’000 an gebundenem Kapital frei. 

Bei einem angenommenen jährlichen Lagerhaltungskostensatz von 15 % ergibt sich auf dem reduzierten Bestandswert ein rechnerisches Einsparpotenzial von CHF 3’600 pro Jahr. 

Wichtig ist die Unterscheidung: Die freigesetzten CHF 24’000 sind keine direkte Kostenersparnis. Sie verbessern jedoch die Kapitalverfügbarkeit. Die tatsächliche Wirtschaftlichkeit hängt unter anderem von Finanzierungskosten, Lagergebühren und vertraglichen Vereinbarungen ab. 

Neben der Bestandsmenge spielt die Verpackungsqualität eine zentrale Rolle. Bei tiefgezogenen PET-Verpackungen beeinflussen Materialstärke, Masshaltigkeit, Formstabilität und Stapelverhalten die Prozesssicherheit. 

Gleichbleibende Produkteigenschaften unterstützen eine zuverlässige Verarbeitung auf automatisierten Anlagen und reduzieren das Risiko qualitätsbedingter Produktionsstörungen. 

Ein systematisches Qualitätsmanagement nach ISO 9001 bietet dafür einen etablierten organisatorischen Rahmen. Bei Lebensmittelverpackungen müssen zusätzlich die einschlägigen Anforderungen an Materialien mit Lebensmittelkontakt berücksichtigt werden. Dazu gehören insbesondere die Verordnung (EG) Nr. 1935/2004 und die Verordnung (EU) Nr. 10/2011 in ihrer jeweils anwendbaren Fassung. 

Auch geeignete Lagerbedingungen und nachvollziehbare Chargeninformationen tragen dazu bei, dass bereitgestellte Verpackungen zuverlässig verwendet werden können. 

Sicherheitsbestände zur Kostenreduktion intelligent steuern 

Eine wirtschaftliche Bestandsstrategie berücksichtigt nicht nur die Höhe des Sicherheitsbestands, sondern auch dessen Lagerort, die Nachschuborganisation und die vertraglichen Verantwortlichkeiten. 

BACHMANN entwickelt individuelle Verpackungslösungen und unterstützt Kunden dabei, Produktionsanforderungen und logistische Abläufe aufeinander abzustimmen. Dabei betrachten wir Materialbedarf, Abrufmengen, Lieferintervalle und die Anforderungen an die Verpackungsqualität. 

Eine mögliche Lösung ist das Kontraktlager. Dabei werden definierte Verpackungsmengen auf Grundlage einer vertraglichen Vereinbarung bereitgehalten und in abgestimmten Teilmengen abgerufen. Dies kann die Lagerfläche beim Kunden entlasten und die Verfügbarkeit vereinbarter Mengen verbessern. 

Wichtig sind klare Regelungen zu Abruffristen, Lagerdauer, Eigentumsverhältnissen und nicht abgerufenen Beständen. Ob sich die Kapitalbindung tatsächlich reduziert, hängt insbesondere vom Zeitpunkt des Eigentumsübergangs und der Zahlungspflicht ab. 

Eine weitere Möglichkeit bietet Vendor Managed Inventory, kurz VMI. Bei diesem Modell übernimmt der Lieferant vereinbarte Aufgaben der Bestandsüberwachung und Nachschubplanung. 

Auf Basis transparenter Verbrauchs- und Bestandsdaten lassen sich Liefermengen und Lieferzeitpunkte besser auf den tatsächlichen Bedarf abstimmen. Dies kann den manuellen Dispositionsaufwand reduzieren und die Materialverfügbarkeit verbessern. 

Voraussetzung sind zuverlässige Daten, definierte Servicelevels und eindeutig geregelte Verantwortlichkeiten. Auch bei VMI bleiben angemessene Sicherheitsreserven notwendig. Zusätzliche Flexibilität entsteht durch eine enge Verbindung von Materialherstellung und Verpackungsproduktion. 

Bei BACHMANN ermöglicht die Kombination aus eigener Folienextrusion und Thermoformtechnologie eine abgestimmte Planung von Materialbereitstellung, Produktionslosen und Verpackungsherstellung. 

Dadurch können wir auf veränderte Anforderungen reagieren und Produktionsmengen gezielt auf vereinbarte Kundenbedürfnisse ausrichten. Eine solche Prozessintegration kann helfen, unnötige Bestände zu vermeiden und die Beschaffung wirtschaftlicher zu gestalten. 

Auch Nachhaltigkeitsaspekte spielen eine Rolle. Bedarfsgerechte Produktionsmengen, optimierte Stapelbarkeit und abgestimmte Transporte können Lagerfläche, Transportaufwand und Ressourcenverbrauch reduzieren. Ob daraus ein messbarer ökologischer Vorteil entsteht, muss anhand der konkreten Lieferkette beurteilt werden. 

Für Kunden ergibt sich daraus ein zweiter zentraler Mehrwert: Eine abgestimmte Kombination aus Verpackungsentwicklung, Produktion und Logistik kann Kapital freisetzen, administrative Abläufe vereinfachen und gleichzeitig die Versorgungssicherheit unterstützen. 

Wer seine Sicherheitsbestände optimieren möchte, sollte deshalb Verbrauchsdaten, Wiederbeschaffungszeiten, Lagerkosten und Liefervereinbarungen gemeinsam mit seinem Verpackungspartner analysieren. 

Unser Beratungsangebot: Lassen Sie uns gemeinsam prüfen, wie sich Ihre Sicherheitsbestände wirtschaftlich dimensionieren und Ihre Verpackungsversorgung bedarfsgerecht organisieren lassen. 

Fazit 

Sicherheitsbestände sind ein wichtiges Instrument zur Absicherung der Materialversorgung. Ihre wirtschaftliche Wirkung hängt jedoch von der richtigen Dimensionierung und einer zuverlässigen Nachschuborganisation ab. 

Zu hohe Bestände verursachen unnötige Kapitalbindung. Zu geringe Reserven können Produktionsunterbrüche und zusätzliche Beschaffungskosten auslösen. 

Durch transparente Verbrauchsdaten, abgestimmte Liefervereinbarungen und flexible Verpackungsproduktion lassen sich Sicherheitsbestände zur Kostenreduktion gezielt einsetzen. So können Unternehmen ihre Versorgungssicherheit stärken und gleichzeitig die Gesamtkosten ihrer Verpackungsbeschaffung kontrollieren. 

FAQ 

  1. Wie können Sicherheitsbestände zur Kostenreduktion beitragen?
    Richtig dimensionierte Sicherheitsbestände helfen, kostspielige Produktionsunterbrüche und ungeplante Sonderbeschaffungen zu vermeiden. Gleichzeitig lassen sich Lagerkosten und Kapitalbindung reduzieren, wenn Bestände auf Basis tatsächlicher Verbrauchsdaten und Lieferzeiten optimiert werden. 
  1. Wie hoch sollte ein Sicherheitsbestand für Verpackungen sein?
    Die optimale Höhe hängt vom Materialverbrauch, den Bedarfsschwankungen, der Wiederbeschaffungszeit und dem gewünschten Servicelevel ab. Eine pauschale Reserve in Wochen ist deshalb nicht ausreichend. Sinnvoll ist eine datenbasierte Berechnung unter Berücksichtigung realistischer Lieferrisiken. 
  1. Was ist der Unterschied zwischen Sicherheitsbestand und Meldebestand?
    Der Sicherheitsbestand ist eine Reserve für unvorhergesehene Schwankungen. Der Meldebestand bezeichnet dagegen die Bestandsmenge, bei deren Erreichen eine Nachbestellung ausgelöst wird. Bei konstantem Verbrauch umfasst er üblicherweise den erwarteten Bedarf während der Wiederbeschaffungszeit zuzüglich des Sicherheitsbestands. 
  1. Welche Vorteile bietet ein Kontraktlager für Kunststoffverpackungen?
    Ein Kontraktlager kann die eigene Lagerfläche reduzieren und die kurzfristige Verfügbarkeit definierter Verpackungsmengen verbessern. Ob auch die Kapitalbindung sinkt, hängt von den vereinbarten Eigentumsverhältnissen, Zahlungsbedingungen und Bestandsrisiken ab. 
  1. Kann Vendor Managed Inventory Sicherheitsbestände vollständig ersetzen?
    Nein. Auch bei VMI bestehen Risiken durch Nachfrageschwankungen, Lieferverzögerungen und Produktionsstörungen. Das Modell kann jedoch helfen, Bestände genauer zu planen, Nachschubprozesse zu vereinfachen und unnötige Doppelbestände zu vermeiden.